Fibonacci, Goldener Schnitt u.a Gestaltungsregeln

Grundsätzlich haben alle Gestaltungsstrategien das gemeinsame Ziel der Symmetrie und Proportionalität. Um diesem Ziel möglichst nahe zu kommen gibt es einige berechenbare Aufteilungsprinzipien, nach denen man beispielsweise auch im Fotobuch seine Seiten gestalten kann.
Grundlage dieser Aufteilung ist ein Gestaltungsraster aus mehreren horizontalen und vertikalen Risslinien, an denen Seitenränder, Textspiegel, Bilder und Objekte angeordnet werden sollten. Liegen Elemente der Seite außerhalb dieses Gestaltungsrasters bekommt der Betrachter automatisch ein Gefühl der Unordnung. Auch die ungleichmäßige Verteilung von Seitenelementen erzeugt beim Betrachter sogleich ein Gefühl des Ungleichgewichts. Aus diesem Grund bieten einige Fotobuchprogramme die automatische, gleichmäßige Verteilung der Bilder an.
Die Regeln zu Proportionen und die gleichmäßige Verteilung kann man mathematisch anhand der Fibonacci-Zahlen ermitteln. Letztendlich besagt diese Regel, dass beispielsweise eine Strecke genau dann ideal unterteilt ist, wenn sich das lange Stück so zu dem kurzen Stück verhält, wie die gesamte Strecke zum langen Stück.
Für ein Fotobuch ist in diesem Fall natürlich das sogenannte Goldene Rechteck besonders interessant. Hierbei wäre die oben beschriebene Gesamtstrecke die lange Seite, das lange Teilstück der Strecke die kurze Seite des Rechtecks. Hierüber kann man dann Größenverhältnisse, Abstände, Ränder etc. bestimmen.
Trotz aller Genauigkeit der Regeln, letztendlich muss man trotzdem ein wenig kreativ sein um Langeweile zu vermeiden. Eine gewisse Anzahl von „Regelbrüchen“ gegen den Goldenen Schnitt bzw. das Goldene Rechteck kann eine gestaltete Seite viel ansprechender als eine „perfekte“ Seite und dennoch ästhetisch erscheinen lassen. An einem Gestaltungsraster lassen sich letztendlich auch angewinkelte Fotos anordnen und das Fotobuch so die Tradition seines handgemachten, analogen Vorgängers fortsetzen.